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Drohnenführerschein A1/A3 und A2: Kosten, Ablauf, Pflichten

Kleiner oder großer Drohnenführerschein? Wer den EU-Kompetenznachweis A1/A3 oder das Fernpiloten-Zeugnis A2 braucht, was beides kostet, wie die Prüfung abläuft und was ab 16 Jahren gilt.

Kurz gesagt: Für Drohnen unter 250 Gramm brauchen Sie in Deutschland keinen Drohnenführerschein. Ab 250 Gramm brauchen Sie mindestens den EU-Kompetenznachweis A1/A3, den „kleinen Drohnenführerschein“: online beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA), 25 Euro, 5 Jahre gültig. Wer mit einer Drohne der Klasse C2 näher an Menschen fliegen will, braucht zusätzlich das EU-Fernpiloten-Zeugnis A2, den „großen“. Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren.

Brauche ich einen Drohnenführerschein?

Das hängt vom Gewicht und der Klasse der Drohne ab. Die Klasse (C0 bis C4) steht auf der Drohne oder in der Anleitung. Die Systematik dahinter erklärt unser Überblick EU-Drohnenzulassung: Kategorien, Klassen, Grenzen erklärt.

  • Unter 250 Gramm (Klasse C0, ältere Drohnen unter 250 Gramm oder Eigenbau): kein Nachweis nötig, Sie müssen aber die Anleitung des Herstellers kennen. Hat die Drohne eine Kamera, müssen Sie sich trotzdem als Betreiber registrieren, außer bei Spielzeug.
  • Klasse C1 (unter 900 Gramm): EU-Kompetenznachweis A1/A3.
  • Klasse C2 (unter 4 Kilogramm): mit großem Abstand zu Menschen (Unterkategorie A3) der Kompetenznachweis A1/A3, näher an Menschen (Unterkategorie A2) zusätzlich das Fernpiloten-Zeugnis A2.
  • Klassen C3 und C4 sowie ältere Drohnen ab 250 Gramm ohne Klasse (vor dem 1. Januar 2024 auf den Markt gebracht): nur Unterkategorie A3 mit dem Kompetenznachweis A1/A3. Dort gilt: keine unbeteiligten Menschen in der Nähe und 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten.

Der kleine Drohnenführerschein: EU-Kompetenznachweis A1/A3

Der Weg läuft komplett online beim Luftfahrt-Bundesamt auf lba-openuav.de:

  • Online-Training: kostenlos, mit Lernmaterial und einem Übungstest, den Sie mit mindestens 75 Prozent bestehen müssen.
  • Online-Prüfung: 40 Multiple-Choice-Fragen aus 9 Fachgebieten in 45 Minuten, bestanden ab 75 Prozent richtiger Antworten. Sie dürfen beliebig oft und ohne Wartezeit wiederholen.
  • Kosten und Gültigkeit: 25 Euro. Den Nachweis gibt es direkt nach der Prüfung als PDF, er gilt 5 Jahre in allen EU-Staaten.
  • Ausweis: Für die Prüfung allein müssen Sie kein Ausweisdokument hochladen.

Die 9 Fachgebiete: Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen, Betriebsverfahren, allgemeine Kenntnisse über Drohnen, Schutz der Privatsphäre und der Daten, Versicherung sowie Luftsicherheit.

Der große Drohnenführerschein: EU-Fernpiloten-Zeugnis A2

Das A2-Zeugnis baut auf dem kleinen Nachweis auf. Drei Schritte in fester Reihenfolge:

  1. Zuerst der Kompetenznachweis A1/A3, er ist Voraussetzung.
  2. Ein praktisches Selbsttraining unter den Bedingungen der Unterkategorie A3, das Sie schriftlich erklären.
  3. Eine zusätzliche Theorieprüfung bei einer vom LBA benannten Prüfstelle: mindestens 30 Fragen aus 3 Fachgebieten, bestanden ab 75 Prozent. Online-Prüfungen unter Live-Aufsicht kann das LBA genehmigen. Eine Wiederholung ist frühestens nach einer Woche möglich.

Den Antrag stellen Sie ausschließlich über die Prüfstelle. Das LBA berechnet für das Zeugnis 30 Euro; was die Prüfstelle für die Prüfung verlangt, steht nicht in der Gebührenordnung des LBA. Auch das A2-Zeugnis gilt 5 Jahre.

Mit A2 und einer Drohne der Klasse C2 dürfen Sie bis auf 30 Meter an unbeteiligte Menschen heran, im Langsamflugmodus bis auf 5 Meter, wenn Wetter, Leistung der Drohne und Gelände das zulassen. Über unbeteiligte Menschen hinweg fliegen dürfen Sie auch damit nicht.

Mindestalter: 16 Jahre

In Deutschland liegt das Mindestalter für Fernpiloten bei 16 Jahren. Ausnahmen gelten für Spielzeugdrohnen der Klasse C0, für selbst gebaute Drohnen unter 250 Gramm und für Flüge unter direkter Aufsicht einer Person ab 16 Jahren, die den nötigen Nachweis hat.

Registrierung, e-ID und Versicherung

Der Drohnenführerschein ist nur ein Teil. Zwei weitere Pflichten gelten unabhängig davon:

  • Registrierung als Betreiber: Pflicht ab 250 Gramm oder wenn die Drohne eine Kamera hat, außer bei Spielzeug. Sie kostet für Privatpersonen einmalig 20 Euro, für Unternehmen 50 Euro, auf uas-registration.lba-openuav.de. Die Registrierungsnummer (e-ID) muss auf jeder Drohne angebracht sein. Das LBA nannte im April 2026 Bearbeitungszeiten von rund acht Wochen.
  • Haftpflichtversicherung: Pflicht für jede Drohne (§ 43 Absatz 2 LuftVG), auch für leichte Modelle. Wer ohne Versicherung fliegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Mehr dazu im Artikel Drohne ab 250 Gramm: Pflichten.

Was keiner der beiden Scheine erlaubt

Beide Nachweise gelten nur für die offene Kategorie. Dort fliegen Sie immer in Sichtweite (außer im Follow-me-Modus oder mit Beobachter) und höchstens 120 Meter über dem Boden. Flüge außer Sichtweite, über Menschenansammlungen oder mit schwereren Drohnen nahe an Menschen gehören in die spezielle Kategorie und brauchen eine Genehmigung oder Erklärung beim LBA.

Auch mit Führerschein gilt: Wo Sie fliegen dürfen, zeigen die Geozonen auf dipul.de. Über fremden Wohngrundstücken ist der Betrieb nur in Ausnahmefällen erlaubt, siehe Drohne über Wohngebiet oder Grundstück.

Gilt der Drohnenführerschein im Ausland?

Ja, in allen EU-Staaten, also auch in Österreich. Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Zivilluftfahrt gelten die Nachweise A1/A3 und A2 auch in der Schweiz; in der EU registrierte Betreiber brauchen dort keine zusätzliche Registrierung.

Verlängerung nach 5 Jahren

Beide Nachweise gelten 5 Jahre. Verlängern können Sie innerhalb der Gültigkeit mit einer Auffrischungsschulung oder einer erneuten Prüfung, den A1/A3-Nachweis über Ihr Konto beim LBA, sobald weniger als 12 Monate Restlaufzeit bleiben. Die Verlängerung kostet 15 Euro. Die neue Gültigkeit zählt ab dem Tag der Verlängerung, die Restlaufzeit verfällt. Ist der Nachweis abgelaufen, müssen Sie die Prüfung erneut bestehen.

Häufige Fragen

Was kostet der Drohnenführerschein? Der kleine (A1/A3) kostet 25 Euro, das Online-Training ist kostenlos. Für den großen (A2) berechnet das LBA 30 Euro, dazu kommen gegebenenfalls Kosten der Prüfstelle. Die Registrierung als Betreiber kostet einmalig 20 Euro.

Kann ich den Drohnenführerschein online machen? Den kleinen komplett online beim LBA. Die A2-Prüfung legen Sie bei einer Prüfstelle ab; Online-Prüfungen unter Live-Aufsicht kann das LBA genehmigen.

Wie lange dauert die Prüfung? Die A1/A3-Prüfung hat 40 Fragen und dauert 45 Minuten. Das Training davor arbeiten Sie in Ihrem eigenen Tempo durch.

Brauche ich für eine Drohne unter 250 Gramm einen Führerschein? Nein. Hat sie eine Kamera, müssen Sie sich aber als Betreiber registrieren und die e-ID anbringen, und eine Haftpflichtversicherung brauchen Sie immer.

Ab welchem Alter darf man Drohne fliegen? In der Regel ab 16 Jahren, die Ausnahmen stehen oben.

Die sinnvolle Reihenfolge

  1. Gewicht und Klasse der Drohne prüfen.
  2. Haftpflichtversicherung abschließen.
  3. Als Betreiber beim LBA registrieren, wenn die Drohne 250 Gramm oder mehr wiegt oder eine Kamera hat, und die e-ID anbringen.
  4. Den Kompetenznachweis A1/A3 online machen, bei Bedarf das A2-Zeugnis nachlegen.
  5. Vor jedem Flug die Geozonen auf dipul.de prüfen. Befristete Sperrzonen, etwa bei Großveranstaltungen, zeigt auch die Luftwacht-Karte.

Dieser Ratgeber dient der Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die EU-Durchführungsverordnung 2019/947 und die Angaben des Luftfahrt-Bundesamts. Stand: Oktober 2026.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

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