Luftwacht

FAQ, Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten rund um Drohnensichtungen, legale Flüge und das Melden bei Luftwacht.

Woran erkenne ich, ob eine Drohne legal unterwegs ist?

Mit bloßem Auge kaum, eine Drohne sieht legal wie illegal gleich aus. Entscheidend ist die elektronische Kennung: Seit dem 1. Januar 2024 müssen die meisten Drohnen in der EU eine Direct Remote ID aussenden (EU-Verordnungen 2019/945 und 2019/947), eine Funk-Kennung per WLAN oder Bluetooth mit Betreiber-Kennung, Seriennummer, Position und Höhe.

Das Praktische daran: Jedes moderne Smartphone kann diese Signale empfangen. Kostenlose Apps wie „Drone Scanner" (Android und iOS) zeigen an, ob eine Drohne in der Nähe eine Remote ID sendet und wem sie zugeordnet ist. Eine Drohne, die kein Signal sendet, ist entweder ein leichtes Spielzeug unter 250 Gramm oder fliegt nicht regelkonform.

Wichtig: Auch eine korrekt gekennzeichnete Drohne darf nicht überall fliegen. Ob am Sichtungsort eine Verbots- oder Beschränkungszone gilt, zeigt der Drohnen-Zonen-Layer auf unserer Karte.

Führt meine Meldung dann nicht zu Fehlalarm, wenn die Drohne legal fliegt?

Nein, und Sie müssen das vorab auch nicht klären. Melden Sie, was Sie beobachten, die Einordnung übernimmt das Lagebild: Einzelne Sichtungen werden geprüft, mit dem Umfeld abgeglichen und erst dann veröffentlicht. Auch ein legaler Vermessungsflug ist als Datenpunkt wertvoll. Perspektivisch arbeiten wir daran, gemeldete Sichtungen automatisch mit empfangenen Remote-ID-Signalen abzugleichen, damit legale Flüge direkt als solche erkannt werden.

Wo dürfen Drohnen überhaupt fliegen?

Deutschland hat geografische UAS-Gebiete nach § 21h LuftVO: verboten sind unter anderem Flüge an Flughäfen inklusive 1,5-Kilometer-Zone, über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten und militärischen Anlagen; über Wohngrundstücken gelten enge Grenzen. Die amtlichen Zonen (dipul/DFS) lassen sich auf unserer Karte zuschalten; verbindliche Auskunft gibt dipul.de.

Was ist Remote ID genau?

Der elektronische Ausweis einer Drohne: eine Kennung, die während des Flugs laufend per WLAN oder Bluetooth gesendet wird. Sie enthält die Registrierungsnummer des Betreibers (e-ID), die Seriennummer des Geräts, Position, Höhe und Geschwindigkeit sowie den Startpunkt. Behörden können damit den Betreiber ermitteln; Bürger können mit Empfangs-Apps zumindest sehen, dass eine Drohne ordnungsgemäß sendet.

Was passiert mit meiner Meldung?

Jede Meldung wird vor der Veröffentlichung automatisch geprüft. Öffentlich erscheinen nur datenminimierte Angaben: die Position auf rund 100 Meter gerundet, der Ort ohne Hausnummer, Fotos ohne Metadaten. Die exakten Angaben bleiben intern und werden im Einzelfall an zuständige Stellen weitergegeben. Details in der Datenschutzerklärung.

Ersetzt Luftwacht den Notruf?

Nein. Bei akuter Gefahr, an Flughäfen oder kritischer Infrastruktur zuerst die Polizei: 110 (Deutschland), 133 (Österreich), 117 (Schweiz). Welche Stelle wofür zuständig ist, zeigt Wen anrufen?

Wie verhindert Luftwacht Fehlalarme?

Die Sorge ist berechtigt: An einem Flughafen kann jede gemeldete Sichtung im Zweifel den Betrieb stoppen, deshalb darf ein Meldesystem nicht bei jedem Einzelhinweis Alarm schlagen. Bei Luftwacht löst eine einzelne Meldung darum nie automatisch einen Alarm aus. Jede Meldung wird vor der Veröffentlichung geprüft, Fotos erhöhen die Verlässlichkeit, und Gewicht bekommt eine Lage erst dann, wenn mehrere unabhängige Meldungen zeitlich und räumlich zusammenpassen. Perspektivisch gleichen wir Sichtungen zusätzlich mit Remote-ID-Signalen und passiver Sensorik ab, damit aus Hinweisen verlässliche Informationen werden.

Sind alle gemeldeten Drohnen ein Problem?

Nein, die meisten Drohnenflüge sind völlig legal. Registrierte Piloten kennen die Regeln und meiden Verbotszonen, schon aus eigenem Interesse. Problematisch sind vor allem zwei Gruppen: Unwissende, die mit günstigen Drohnen ohne Regelkenntnis in Verbotszonen fliegen, und seltene gezielte Störer. Genau deshalb ist das Lagebild wertvoll: Es macht Muster sichtbar und hilft, harmlose Flüge von auffälligen zu unterscheiden.

Warum braucht es Bürgermeldungen, wenn es Radar und Abwehrsysteme gibt?

Abwehrtechnik gibt es inzwischen einige, die Erkennung ist die Lücke: Kleine Drohnen sind für klassische Radarsysteme schwer erfassbar, und flächendeckende Spezialsensorik existiert außerhalb weniger Großflughäfen praktisch nicht. Menschen dagegen sehen und hören Drohnen überall, im Wohngebiet genauso wie am Werkszaun. Viele Augen, kombiniert mit Prüfung und Korrelation der Meldungen, ergeben ein Lagebild, das es sonst schlicht nicht gäbe.

Was kostet Luftwacht und wie finanziert es sich?

Melden, Live-Karte und alle Grundfunktionen sind kostenlos und bleiben es, das Lagebild lebt von möglichst vielen Meldungen. Die App bietet ein optionales Abo für ortsbezogene Warnungen, Statistiken und Historie. Perspektivisch soll der Betrieb über Vereinbarungen mit Flughäfen und Betreibern kritischer Infrastruktur getragen werden, die das Lagebild für ihr Umfeld nutzen.

Gibt es Luftwacht als App?

Ja, für Android und iOS: im Google Play Store und im Apple App Store. Die App bietet die Live-Karte, Meldungen mit Foto in unter einer Minute und ortsbezogene Push-Warnungen.