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Sprengstoff-Verdacht bei Wunstorf: Generalbundesanwalt übernimmt, Drohne lag womöglich zwei Jahre im Moor

Nach dem Drohnenfund nahe dem Fliegerhorst Wunstorf haben Ermittler verdächtiges Material sichergestellt, möglicherweise Sprengstoffspuren. Das Verfahren führt inzwischen der Generalbundesanwalt.

Update zum Fall Wunstorf: Wenige Tage nach dem Fund von Drohnenteilen nahe dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Niedersachsen haben Ermittler dort verdächtiges Material sichergestellt. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen könnte es sich um Sprengstoffspuren handeln. Bestätigt ist das nicht, die kriminaltechnische Untersuchung läuft. Neu ist außerdem: Das Verfahren wird inzwischen vom Generalbundesanwalt geführt, und die Drohne könnte deutlich länger am Fundort gelegen haben als zunächst angenommen.

Was neu ist

Am 22. September berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ übereinstimmend, dass Beamte bei der Nachsuche am Fundort nur wenige Meter von den Drohnenteilen entfernt verdächtiges Material entdeckt haben. Das Material soll sich in einer Metalldose befunden haben. Ob es sich tatsächlich um Sprengstoff handelt und ob es der Drohne zuzuordnen ist, wird laut den Berichten noch untersucht.

Ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums verwies auf Anfrage an den Generalbundesanwalt; die Karlsruher Behörde äußerte sich nicht im Detail. Die Bundesanwaltschaft ermittelt den Berichten zufolge unter anderem wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Das Bundeskriminalamt ist eingebunden.

Ebenfalls neu: Nach den Recherchen halten Ermittler es für möglich, dass das Fluggerät bereits rund zwei Jahre, also seit 2024, an der Stelle lag. Gefunden wurde die in mehrere Teile zerbrochene Drohne demnach zufällig von einem Landwirt in schwer zugänglichem, dicht bewachsenem Moorgelände nördlich des Fliegerhorsts, östlich des Steinhuder Meeres. Er alarmierte die Polizei. Zur Entfernung zum Fliegerhorst kursieren unterschiedliche Angaben, je nach Bericht rund ein bis zwei Kilometer. Diese Detailfrage ist offen.

Der mögliche Bezug zu Leipzig/Halle, weiter unbestätigt

Die Behörden prüfen, ob eine Verbindung zum Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle besteht. Dort war am Abend des 4. August eine mit Sprengstoff präparierte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden; in diesem Fall ermittelt ebenfalls der Generalbundesanwalt.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war die Wunstorfer Drohne keine handelsübliche Consumer-Drohne, sondern ein Gerät mit eigengefertigten Bauteilen; laut NDR soll mindestens ein Bauteil aus einem 3D-Drucker stammen, und die Bauweise ähnele dem in Leipzig eingesetzten Modell. Wichtig: Ein öffentlich belastbarer Beleg für eine Verbindung beider Fälle liegt bislang nicht vor. Auch die in früheren Berichten genannte Vermutung eines Ausspähversuchs ist eine Arbeitshypothese, keine Feststellung. Zum Leipziger Fall macht die Bundesregierung offiziell Russland verantwortlich; Moskau bestreitet eine Beteiligung. Für Wunstorf gibt es eine solche offizielle Zuschreibung bislang nicht.

Verdächtige sind nicht bekannt gegeben worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Warum der Standort relevant ist

In Wunstorf ist die A400M-Transportflotte der Luftwaffe stationiert, der Standort ist eine zentrale logistische Drehscheibe für Material- und Truppentransporte der Bundeswehr. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat mit Blick auf die allgemeine Bedrohungslage betont, dass es gegen Drohnen keinen absoluten Schutz gebe.

Der Fall fügt sich in ein Bild, das sich auch in der zivilen Luftfahrt zeigt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden an deutschen Flughäfen 145 Flugbetriebsstörungen durch unerlaubte Drohnen gezählt, neun von zehn Vorfällen im Flughafenumfeld.

Einordnung: Was das für Melder:innen bedeutet

Der Fund zeigt zwei praktische Punkte:

  • Bodenfunde zählen auch. Der entscheidende Hinweis kam nicht aus einem Detektionssystem, sondern von einer Privatperson, die Trümmerteile bemerkt und die Polizei verständigt hat. Wer Drohnenteile findet: nicht anfassen, nicht bewegen, Fundort merken oder aus Abstand fotografieren, Polizei rufen. Spurenlage und mögliche Gefahrstoffe sind für Laien nicht einschätzbar.
  • Zeitverzug ist real. Wenn ein Gerät tatsächlich zwei Jahre unbemerkt liegen bleiben kann, sagt das weniger über einen einzelnen Fall als über die Lücke zwischen Luftraumüberwachung und Bodenlage.

Akute Gefahr, laufender Vorfall oder verdächtiger Fund: 110. Nicht-akute Beobachtungen und Sichtungen können über die zuständige Polizeidienststelle gemeldet werden; bei Beeinträchtigungen des Flugverkehrs ist zusätzlich die Deutsche Flugsicherung eingebunden.

Wir aktualisieren, sobald die kriminaltechnische Auswertung der Substanz vorliegt.

Quellen

  • Euronews (22.09.2026): Medienbericht: Sprengstoff-Verdacht bei Drohnenfund nahe Wunstorf, euronews.com
  • Tagesspiegel / dpa (22.09.2026): Verdacht auf Sprengstoff-Spuren nach Drohnenfund in Wunstorf, tagesspiegel.de
  • WirtschaftsWoche / dpa (22.09.2026): Ermittlungen in Niedersachsen, Drohne lag womöglich seit zwei Jahren, wiwo.de
  • t-online (22.09.2026): Wunstorf, Generalbundesanwalt übernimmt, t-online.de
  • reisevor9 (15.07.2026): 145 Flugbetriebsstörungen durch Drohnen im ersten Halbjahr, reisevor9.de

Hinweis: Zentrale Angaben dieses Artikels stammen aus Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ unter Berufung auf Sicherheitskreise und sind amtlich nicht bestätigt.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

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