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Drohnenfund Flughafen Leipzig/Halle: BKA fahndet mit KI-Bild
Drei Monate nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne auf der Südpiste des Flughafens Leipzig/Halle sucht das BKA mit einem KI-generierten Fahndungsbild eine unbekannte Person auf einem E-Bike.
Drei Monate nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne auf der Südpiste des Flughafens Leipzig/Halle haben Bundeskriminalamt und Generalbundesanwalt am Freitag eine öffentliche Zeugenfahndung gestartet. Gesucht wird eine bislang nicht identifizierte Person, die im Sommer mit einem E-Bike in der Umgebung unterwegs gewesen sein soll. Das Fahndungsbild wurde mit Künstlicher Intelligenz erzeugt.
Was die Ermittler mitteilen
Ausgangspunkt ist ein Fund aus dem Hochsommer: In den späten Abendstunden vom 4. auf den 5. August 2026 entdeckte ein Flughafenmitarbeiter auf der Südpiste des Flughafens Leipzig/Halle eine am Boden liegende Drohne, die mit einer Sprengvorrichtung ausgerüstet und mit Sprengstoff bestückt war. Nach Angaben des BKA befand sich das Fluggerät in unmittelbarer Nähe ukrainischer Antonov-Frachtflugzeuge. Die Ermittlungen führt die Bundesanwaltschaft.
Neu ist nun der Fahndungsaufruf. Auf der Internetpräsenz des BKA wurde ein KI-generiertes Fahndungsbild veröffentlicht, das eine warm angezogene Person mit Kapuze auf einem E-Bike zeigt, zusätzlich hingen die Ermittler Plakate in der Umgebung auf. Nach den Ermittlungen kann eine weitere unbekannte Person mit dem Drohnenangriff in Verbindung gebracht werden, sie soll zwischen dem 31. Juli und dem 4. August 2026 mit einem E-Bike im Umfeld der genannten Orte unterwegs gewesen sein.
Konkret sucht die Behörde Zeuginnen und Zeugen zu zwei Bereichen: dem Verbindungsweg zwischen Rabutz und Beuditz sowie dem Bereich Schkeuditz in der Nähe des Industriegebiets zwischen Radefeld und Lützschena. Als auffällig gilt den Ermittlern die für den Hochsommer ungewöhnlich warme Kleidung der Person. Laut BKA trug sie eine dunkle lange Hose, eine dicke Jacke, schwarze Handschuhe und einen großen schwarzen Rucksack, der Kopf war mit Kapuze und tief ins Gesicht gezogener Kappe verdeckt. Hinweise nimmt das BKA unter der Nummer 0611 55 18777 entgegen, darüber hinaus auch jede andere Polizeidienststelle.
Einordnung: dritte gesuchte Person, KI als Fahndungsmittel
Nach eigenen Angaben hat das BKA bislang zwei Tatverdächtige identifiziert, Einzelheiten dazu nannten die Ermittler nicht. Die jetzt gesuchte unbekannte Person wäre damit eine dritte. Wichtig: Es handelt sich um eine Zeugen- und Personenfahndung, nicht um eine Verurteilung. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung, und auch der Tatzusammenhang der gesuchten Person ist bislang eine Annahme der Ermittler.
Bemerkenswert ist das Mittel: Das BKA ließ KI-generierte Fahndungsfotos eines dritten Verdächtigen erzeugen, die zum einen das Gesicht einer Person mit Baseball-Mütze und Kapuzenpullover und zum anderen eine Totalaufnahme auf einem schwarzen E-Bike zeigen. Das BKA hatte vor zwei Jahren eine KI-gestützte Gesichtserkennung eingeführt, seit 2025 wird KI auch zur Erstellung von Fahndungsfotos genutzt. Solche Bilder sind Rekonstruktionen aus Ermittlungsdaten, keine Fotografien. Das sollte man bei der Beurteilung von Ähnlichkeiten im Kopf behalten.
Zum politischen Hintergrund gibt es widersprüchliche Angaben in der Berichterstattung. Moskau weist Vorwürfe zurück. Eine behördlich bestätigte Zuordnung der Tat zu einem Auftraggeber liegt öffentlich bislang nicht vor, entsprechende Einordnungen sind als unbestätigt zu behandeln.
Was das für die Praxis bedeutet
Der Fall zeigt, warum Bodenbeobachtungen für Ermittlungen oft wertvoller sind als Aufnahmen der Drohne selbst: Gesucht werden hier nicht Flugspuren, sondern Menschen, Fahrzeuge und Startplätze im Umfeld. Wer sich an ungewöhnliche Beobachtungen in den genannten Orten und im genannten Zeitraum erinnert, sollte sich an das BKA oder eine Polizeidienststelle wenden.
Für den Alltag gilt unabhängig davon:
- Akute Gefahr, etwa eine Drohne, die unmittelbar Menschen, Flugverkehr oder Anlagen bedroht, oder ein verdächtiger Gegenstand: sofort die 110 wählen und nichts anfassen.
- Keine akute Gefahr, aber eine auffällige Sichtung: Notieren Sie Zeit, Ort, Flugrichtung, Höhe und Dauer und bei Luftwacht melden. Die Meldung erscheint auf der Lagekarte und kann auf Wunsch als Hinweis an die zuständige Stelle gehen.
- Wer wissen möchte, ob in der eigenen Umgebung Drohnen gemeldet werden, kann die kostenlose Warnzone der Luftwacht-App einrichten. Sie meldet per Push, wenn in der Nähe eine Drohne gemeldet wird.
Dass Einzelbeobachtungen in Summe ein Lagebild ergeben, ist genau der Punkt, an dem zivile Meldungen und behördliche Ermittlungen ineinandergreifen. Je präziser Zeit und Ort erfasst sind, desto brauchbarer ist ein Hinweis später.
Quellen
- https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/Fahndungen/Personen/UnbekanntePersonen/LEJ/Sachverhalt.html
- https://www.tagesspiegel.de/politik/anschlagsversuch-mit-drohne-in-leipzig-ermittler-fahnden-mit-ki-bild-nach-verdachtigem-auf-e-bike-16251482.html
- https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101516892/flughafen-leipzig-bka-sucht-mit-ki-foto-nach-drittem-drohnen-verdaechtigen-.html
- https://www.airliners.de/drohnenangriff-ermittler-fahnden-verdaechtiger-person/91381
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.