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250 Mio. Euro für Bewaffnung der Drohne German Heron TP
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat sechs Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr gebilligt, darunter Präzisionswirkmittel für die Aufklärungsdrohne German Heron TP. Was der Beschluss bedeutet und was nicht.
Berlin, 5. November 2026. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Dienstag sechs Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr gebilligt. Darunter ist eine Ergänzungsbeschaffung von Präzisionswirkmitteln für die unbemannte Aufklärungsdrohne German Heron TP. Es geht dabei nicht um die Abwehr von Drohnen im Inland, sondern um die Ausrüstung eigener militärischer Systeme.
Was beschlossen wurde
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat am 4. November 2026 sechs weitere Beschaffungsvorhaben für die Bundeswehr bewilligt, darunter tragbare Troposcatter-Systeme sowie Flugkörper für die Drohne German Heron TP. Alle sechs Vorhaben werden über den Verteidigungshaushalt finanziert. Das Ministerium spricht von einer Ergänzungsbeschaffung der Bewaffnung des unbemannten Luftfahrzeugsystems German Heron TP.
Zu den Summen äußerte sich das Ministerium nicht. Nach Informationen des Fachdienstes hartpunkt umfassen die freigegebenen Mittel zusammen knapp 1,5 Milliarden Euro. Für die Ergänzungsbeschaffung der Bewaffnung der German Heron TP wurden demnach mehr als 250 Millionen Euro freigegeben; das als „PAYLOAD 1“ bezeichnete Wirkmittel ist für die präzise Bekämpfung von Punktzielen ausgelegt. Beschrieben wird es als hochpräzises und skalierbares Wirkmittel zur Bekämpfung von Punktzielen.
Neben dem Drohnen-Wirkmittel billigte der Ausschuss weitere Vorhaben. Dazu zählen laut Bericht geschützte Sanitätseinrichtungen, Funktechnik, Nachtsichtgeräte, Radarkomponenten für den Eurofighter und Übungsmunition. Troposcatter, auch Troposphärenfunk genannt, ist eine Form des Überhorizont-Richtfunks, bei der die ausgestrahlten Funkwellen an der Troposphäre zurückgestreut werden.
Einordnung: ein lange diskutiertes Vorhaben
Die Entscheidung setzt eine ältere Grundsatzentscheidung fort. Die grundsätzliche Bewaffnung hatte der Haushaltsausschuss nach jahrelanger politischer Debatte im April 2022 freigegeben. Das System selbst ist als Zwischenlösung angelegt: Die German Heron TP löst die seit 2010 eingesetzte, nicht bewaffnungsfähige Aufklärungsdrohne Heron 1 ab und schließt als marktverfügbare Übergangslösung die Fähigkeitslücke bis zur Einführung der Eurodrohne ab 2030. Bis 2028 soll die Truppe zusätzliche Überwachungs- und Aufklärungsdrohnen der sogenannten MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance) vom Typ Heron TP erhalten, in der an die Anforderungen der Bundeswehr angepassten Version unter der Bezeichnung German Heron TP.
Offen bleibt nach den vorliegenden Quellen, um welches konkrete Wirkmittel es sich handelt, in welcher Stückzahl beschafft wird und wann die Lieferung erfolgt. Diese Angaben wurden nicht öffentlich genannt und sind insoweit unbestätigt.
Was das für die zivile Lage bedeutet
Für Bürgerinnen und Bürger ändert sich durch diesen Beschluss im Alltag nichts. Es handelt sich um militärische Ausrüstung für Auslandseinsätze und Fähigkeitsaufbau, nicht um neue Befugnisse oder Technik zur Abwehr unbemannter Fluggeräte über deutschen Städten, Flughäfen oder kritischer Infrastruktur. Die Debatte über Drohnensichtungen im Inland läuft in anderen Verfahren und mit anderen Zuständigkeiten.
Was Sie bei einer Drohnensichtung tun können
Besteht eine akute Gefahr, etwa wenn eine Drohne Menschen, den Luftverkehr oder einen Rettungseinsatz unmittelbar gefährdet, wählen Sie bitte den Notruf 110. Gehen Sie nicht selbst gegen eine Drohne vor.
Liegt keine akute Gefahr vor, können Sie die Beobachtung bei Luftwacht melden. Die Meldung erscheint auf der Lagekarte und kann auf Wunsch als Hinweis an die zuständige Stelle gehen. Hilfreich sind dabei Uhrzeit, Ort, Flugrichtung, ungefähre Höhe, Größe, Anzahl der Drohnen sowie Lichter oder Geräusche. Schätzen Sie nur das ein, was Sie tatsächlich gesehen haben, und vermeiden Sie Spekulationen über mögliche Verantwortliche. Solange nichts bestätigt ist, gilt für alle Betroffenen die Unschuldsvermutung.
Wer wissen möchte, ob im eigenen Umfeld Sichtungen gemeldet werden, kann in der Luftwacht-App kostenlos eine Warnzone einrichten. Sie meldet per Push, wenn in der Nähe eine Drohne gemeldet wird, etwa rund um die Wohnadresse, einen Betriebsstandort oder ein Vereinsgelände.
Einordnung zum Schluss
Die Freigabe vom 4. November ist ein Beschaffungsschritt in einem seit Jahren laufenden Vorhaben, kein neuer sicherheitspolitischer Kurswechsel. Sie zeigt aber, wie stark unbemannte Systeme inzwischen die Rüstungsplanung prägen: militärisch bei eigenen Fähigkeiten, zivil bei der Frage, wie mit unklaren Sichtungen über sensiblen Orten umgegangen wird. Beide Stränge werden derzeit parallel verhandelt und sollten nicht vermischt werden.
Quellen
- https://www.bmvg.de/de/beschaffung-25-millionen-euro-vorlagen/beschaffungsvorhaben-bundeswehr-troposcatter-german-herontp-6167568
- https://www.hartpunkt.de/15-milliarden-euro-haushaltsausschuss-gibt-gruenes-licht-fuer-neue-ruestungsvorhaben/
- https://suv.report/haushaltsausschuss-billigt-sechs-beschaffungsvorhaben-darunter-bewaffnung-fuer-german-heron-tp/
- https://suv.report/beschaffungsvorhaben-der-luftwaffe/
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.