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GARMR und Drone Defender: Mobile Drohnenabwehr der Bundeswehr
Das BAAINBw hat laut EU-Vergabeveröffentlichung sechs fahrzeuggebundene Abwehrsysteme bei TYTAN Technologies bestellt; parallel bestätigt der Inspekteur des Heeres das mobile System GARMR. Für den zivilen Luftraum ändert das zunächst wenig.
Nach den stationären Netzwerferdrohnen für Kasernen und Liegenschaften zeichnet sich eine zweite Beschaffungsspur ab: Drohnenabwehr, die mitfährt. Das Beschaffungsamt BAAINBw hat laut einer EU-Vergabeveröffentlichung sechs fahrzeuggebundene Abwehrsysteme beim Münchner Unternehmen TYTAN Technologies bestellt; parallel hat der Inspekteur des Heeres öffentlich bestätigt, dass das mobile System GARMR von Diehl Defence zur Truppe kommen soll. Für den zivilen Luftraum über Deutschland ändert das zunächst wenig, aber es zeigt, wo die Prioritäten liegen.
Was neu ist: ein Auftrag im Vorhaben „SMoK3D"
Das Fachportal hartpunkt berichtete am 21. Oktober 2026, das BAAINBw habe TYTAN Technologies im Rahmen des Vorhabens „SMoK3D" (Schutz mobiler Kräfte gegen UAS) mit der Lieferung von Drohnenabwehrsystemen beauftragt. Grundlage ist demnach eine Veröffentlichung des Beschaffungsamts auf der europäischen Vergabeplattform TED. Genannt werden sechs Systeme der Bezeichnung „TYTAN Drone Defender 2 TYTAN C2-Van".
Dahinter steht nach den Informationen des Portals eine mobile Lösung auf Basis der Mercedes-Benz G-Klasse (G 350 d mit verlängertem Radstand), die TYTAN und Mercedes-Benz gemeinsam entwickelt und 2026 erstmals auf der ILA in Berlin sowie der Eurosatory in Paris gezeigt hatten. Als Sensor dient laut Bericht ein Radar auf einem ausfahrbaren Mast; der Startcontainer für die Abfangdrohnen ist modular ausgelegt. Zu den Leistungsdaten des Abfangflugkörpers nennt der Bericht mehr als 350 km/h, Reichweiten bis 60 Kilometer und Einsatzhöhen bis fünf Kilometer.
Einordnung: Angaben zu Auftragswert und Lieferzeitpunkt sind bislang nicht öffentlich bestätigt. Die technischen Daten stammen aus Hersteller- und Fachpresseangaben, nicht aus einer Erprobung unter Einsatzbedingungen. Wir kennzeichnen sie daher als unbestätigt.
Zweiter Baustein: GARMR für die Heeresflugabwehr
Praktisch zeitgleich wurde die mobile Spur auch militärisch eingeordnet. Nach einem Bericht von „Sicherheit & Verteidigung" vom 20. Oktober zählte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, in einem Video-Statement das Drohnenabwehrsystem GARMR von Diehl Defence zu jenen Systemen, die der im Wiederaufbau befindlichen Heeresflugabwehrtruppe zulaufen sollen, neben dem Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 und dem Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM. Ziel sei ein engmaschiger Schutz der beweglichen Verbände. Angaben zu Stückzahlen, Kosten oder Zeitplan machte Freuding demnach nicht.
Anlass des Statements war die Übernahme des leichten Flugabwehrsystems Ozelot von der Luftwaffe, die am 14. Oktober während der Übung „Spartan Arrow 2026" auf dem NATO-Schießplatz NAMFI auf Kreta stattfand. Hartpunkt hatte zuvor berichtet, zunächst solle nur eine kleine, unterhalb der 25-Millionen-Euro-Schwelle liegende Stückzahl GARMR zu Qualifizierungszwecken beschafft werden, während ein größeres Vorhaben vorbereitet werde; im Fokus stehe die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45. Diese Detailangaben beruhen auf nicht namentlich genannten Quellen und sind amtlich nicht bestätigt.
Warum das für zivile Meldungen relevant ist
Die in den vergangenen Tagen beschaffte Technik zielt auf zwei verschiedene Lagen: stationärer Objektschutz für Liegenschaften einerseits, mitfahrender Schutz für Verbände in Bewegung andererseits. Beides adressiert militärische Szenarien. Der zivile Alltag, eine Drohne über einem Wohngebiet, über einer Weide, in der Anflugschneise eines Verkehrsflughafens, wird davon nicht erfasst.
Dass der zivile Bereich eigene Wege geht, zeigt ein Beispiel aus Hamburg: Die dortige Polizei hat nach Angaben des Fachdienstes ESUT im September für rund 3,4 Millionen Euro drei netzbasierte Abfangsysteme vom Typ A1-Falke bestellt, unter anderem zum Schutz des Hafens und von Großveranstaltungen. Das ist eine Größenordnung, die neben Milliardenrahmenverträgen leicht übersehen wird, und die zugleich den eigentlichen Engpass markiert: Detektion und Zuordnung im zivilen Raum bleiben lückenhaft, die Mehrzahl der gemeldeten Sichtungen wird technisch nie bestätigt.
Was Sie tun können
- Akute Gefahr, Absturzgefahr, Kollisionsgefahr mit Luftfahrzeugen oder ein laufender Vorfall: sofort 110.
- Beobachtung ohne akute Gefahr: Uhrzeit, Ort (möglichst mit Koordinaten oder markantem Bezugspunkt), Flugrichtung, Höhe, Dauer, Zahl der Positionslichter und, wenn gefahrlos möglich, Hinweise auf den Steuerstandort notieren.
- Keine Eigenmaßnahmen: Drohnen nicht abschießen, blenden oder stören. Das ist in Deutschland für Private unzulässig und kann selbst strafbar sein.
- Fotos statt Spekulation: Ein Zeitstempel und eine unscharfe Aufnahme sind für Ermittlungen mehr wert als eine Vermutung über Herkunft oder Absicht.
Hinweis zur Einordnung: Aus einem Beschaffungsvorgang lässt sich keine konkrete Bedrohungslage an einem bestimmten Ort ableiten. Wir berichten über Verträge, weil sie zeigen, welche Fähigkeiten wann verfügbar sein könnten, nicht, weil sie ein akutes Ereignis belegen.
Redaktioneller Hinweis: Angaben aus Fachportalen, die sich auf nicht namentlich genannte Quellen stützen, sind im Text als unbestätigt gekennzeichnet. Eine amtliche Bestätigung zu Volumen und Zeitplan beider Vorhaben lag zum Redaktionsschluss am 22.10.2026 nicht vor.
Quellen
- https://www.hartpunkt.de/tytan-technologies-soll-drohnenabwehrsysteme-zum-schutz-mobiler-kraefte-der-bundeswehr-liefern/
- https://suv.report/jetzt-offiziell-heer-soll-drohnenabwehrsystem-garmr-erhalten/
- https://www.hartpunkt.de/bundeswehr-bereitet-offenbar-eine-groessere-beschaffung-des-drohnenabwehrsystems-garmr-vor/
- https://suv.report/heer-uebernimmt-leichtes-flugabwehrsystem-ozelot-von-der-luftwaffe/
- https://esut.de/2026/10/meldungen/ruestung2/76069/a1-falke/
- https://www.hartpunkt.de/mercedes-benz-und-tytan-technologies-kooperieren-bei-der-drohnengestuetzten-drohnenabwehr/
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.