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Länder rüsten nach: Polizeien investieren zweistellige Millionenbeträge in Drohnenabwehr

Eine Umfrage bei den Innenministerien aller 16 Bundesländer zeigt: Die Landespolizeien bauen Spezialeinheiten auf und kaufen Abfangtechnik. Schleswig-Holstein beschließt parallel ein Maßnahmenpaket für Häfen und Energienetze.

Vorspann: Während in Berlin über Zuständigkeiten und Haushaltsmittel des Bundes gestritten wird, schaffen die Bundesländer eigene Fakten. Eine Umfrage des Magazins „Focus“ bei den Innenministerien aller 16 Länder zeigt: Die Landespolizeien bauen Spezialeinheiten auf und kaufen Abfangtechnik – in einer Größenordnung, die bislang nicht öffentlich zusammengetragen war. Parallel beschließt Schleswig-Holstein ein eigenes Maßnahmenpaket für Häfen und Energienetze.

Was neu ist

Nach der Umfrage, über die unter anderem airliners.de am 10. September berichtete, investieren mehrere Länder derzeit teils zweistellige Millionenbeträge in Personal und Technik der polizeilichen Drohnenabwehr. Die bislang bekannten Einzelangaben:

  • Hessen baut die Drohnenabwehr nach Angaben von Innenminister Roman Poseck (CDU) mit rund zehn Millionen Euro aus; personelle Verstärkungen seien bereits erfolgt. Die Sicherheitslage bezeichnete er als „angespannt“.
  • Baden-Württemberg will sein bestehendes Drohnenabwehrzentrum erweitern und 2,5 Millionen Euro in zusätzliche Abfangtechnik stecken.
  • Bayern betreibt an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bereits stationäre und mobile Abwehrtechnik und will sie ausbauen. Das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) der bayerischen Polizei in Erding soll schrittweise auf 100 Beschäftigte anwachsen.
  • Niedersachsen plant 7,3 Millionen Euro für Abwehrtechnik.
  • Sachsen sieht für 2027 und 2028 bis zu 7,9 Millionen Euro für neue Ausrüstung vor, etwa die Hälfte davon für Drohnenabwehr.

Bemerkenswert ist eine Zahl aus dem sächsischen Innenministerium: Allein im ersten Halbjahr 2026 seien im Freistaat 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über Standorten kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen gemeldet worden. Das ist eine Landesmeldung – sie ist nicht deckungsgleich mit den bundesweiten Zahlen aus dem BKA-Lagebild und nicht unabhängig überprüfbar.

Einzelne Länder haben laut den Berichten inzwischen 50 neue Stellen für eine Drohnenabwehreinheit und die zugehörige Ermittlungsarbeit geschaffen und sieben Millionen Euro in Abfangtechnik investiert; welche Länder dahinterstehen, geht aus den vorliegenden Agenturmeldungen nicht eindeutig hervor. Wir kennzeichnen diesen Punkt daher als unbestätigt und recherchieren nach.

Der Auslöser: Leipzig wirkt nach

Die Innenminister verweisen fast durchweg auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August. Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) formulierte, Drohnen seien „längst kein harmloses technisches Spielzeug mehr“. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an; die Bundesregierung hat ihn Russland zugeschrieben. Für alle möglichen Tatbeteiligten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Küstenland zieht nach: Schleswig-Holstein nimmt Häfen in den Blick

Ebenfalls neu ist ein Beschluss aus Kiel: Nach einer Kabinettsitzung am 8./9. September, an der Betreiber von Energieversorgung und Häfen teilnahmen, kündigte die Landesregierung zusätzliche Schutzmaßnahmen an. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sieht sein Land „zwischen Nord- und Ostsee“ besonders im Fokus. Innenministerin Magdalena Finke (CDU) kündigte ein flächendeckendes Lagebild zum Zustand der kritischen Infrastruktur an. Geplant sind außerdem eine vertrauliche Kommunikationsplattform zwischen Land und Betreibern sowie der Ankauf von Unterwasserdrohnen, die Polizistinnen und Polizisten für den Hafenschutz erproben sollen. Über die Finanzierung will das Kabinett später entscheiden.

Einordnung: viel Geld, offene Schnittstellen

Der Befund ist zwiespältig. Einerseits fließt erkennbar Geld – und zwar dort, wo im Ernstfall zuerst reagiert wird: bei den Landespolizeien. Andererseits bleibt die Koordination die Schwachstelle. Rheinland-Pfalz' Innenminister Joachim Schwickert (CDU) brachte es Ende August auf den Punkt: Drohnenabwehr könne kein Land allein leisten. Der IMK-Vorsitzende, Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), stellte ein zusätzliches Arbeitstreffen zur Drohnenabwehr in Aussicht – ausdrücklich keine Sonder-IMK; ein Termin war zuletzt offen, im Gespräch war der September in Hamburg. Ob es stattgefunden hat, ließ sich bis Redaktionsschluss nicht klären.

Hinzu kommt die von den Grünen aufgeworfene Frage nach der Einsatzfähigkeit des Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums (GDAZ) in Berlin. Sechzehn Länderlösungen plus ein Bundeszentrum ergeben noch keine funktionierende Meldekette – genau das bleibt die Baustelle.

Für Bürgerinnen und Bürger

Wer eine Drohne über einem Flughafen, einem Umspannwerk, einer Kaserne oder einem Hafen beobachtet: Position, Uhrzeit, Flugrichtung und – wenn möglich – Beschreibung notieren, keine eigenen Abwehrversuche unternehmen. Das Stören oder Abschießen von Drohnen ist Privatpersonen nicht erlaubt.

Bei akuter Gefahr: 110.

Quellen

  • airliners.de, „Bundesländer stecken Millionen in Drohnenabwehr-Aufbau“ (10.09.2026): airliners.de
  • t-online, „Neue Plattform und Drohnen gegen Sabotage in Häfen“ (09.09.2026): t-online.de
  • VerkehrsRundschau, „Schleswig-Holstein plant Unterwasserdrohnen zum Schutz von Häfen“ (09.09.2026): verkehrsrundschau.de
  • Presse Augsburg, „Innenminister planen Treffen zur Drohnenabwehr“ (Ende 08/2026): presse-augsburg.de
  • t-online, „Grüne: Dobrindt kaschiert Probleme bei Drohnenabwehr“: t-online.de

Hinweis zur Methodik: Die Länderangaben gehen auf eine Umfrage des Magazins „Focus“ zurück und wurden von Agenturen und Fachmedien übernommen. Die Primärquelle lag der Redaktion nicht vor; einzelne Zuordnungen sind entsprechend gekennzeichnet.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

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