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Drohnenabwehr auf der Wiesn: Polizei München stellt Störsender-Einheit bereit, Details bleiben unter Verschluss

Drei Tage vor dem Anstich haben Stadt und Polizei das überarbeitete Sicherheitskonzept für das Oktoberfest vorgestellt: Störsender sollen 16 Tage lang einsatzbereit stehen. Zur Einsatztaktik schweigt die Polizei bewusst.

Update zum Thema Oktoberfest-Drohnenverbot: Drei Tage vor dem Anstich haben Stadt und Polizei am Mittwoch das überarbeitete Sicherheitskonzept vorgestellt. Neu ist nicht das seit Jahren geltende Flugverbot, sondern die Abwehrseite: Störsender („Jammer") sollen über die gesamten 16 Tage einsatzbereit stehen, unterstützt vom bayerischen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum. Wie genau abgewehrt wird, sagt die Polizei nicht.

Was am 16. September neu bekannt wurde

Das 191. Oktoberfest beginnt am Samstag, 19. September. Bei der Vorstellung des verschärften Sicherheitskonzepts erklärte Münchens Vize-Polizeipräsident Christian Huber, dass Systeme zur Drohnenabwehr während des Oktoberfests 16 Tage lang bereitstehen sollen, „Sie sind im Einsatz", und betonte, die Drohnenabwehr sei primär Aufgabe der Polizei.

Technisch geht es um Geräte, die Spezialeinsatzkommandos bereits nutzen: Solche Jammer erinnern äußerlich an eine Bazooka, nehmen eine anfliegende Drohne ins Visier und stören elektronisch die Funkverbindung zwischen Drohne und Controller, im Idealfall wird das Fluggerät dadurch zur Landung gezwungen.

Zur Einsatztaktik gab es bewusst keine Auskunft. Wie das auf der Theresienwiese konkret ablaufen soll, ließ der Polizeivizepräsident offen: Er wolle nicht ins Detail gehen, das unterliege der Einsatztaktik, „Wir können und wollen nicht darüber sprechen." Auf Nachfrage blieb es bei der Einschätzung, man sei gut aufgestellt.

Eingeordnet wird das Ganze in ein insgesamt umgebautes Konzept: Das Sicherheitskonzept sei „generalüberholt", sagte Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller; rund 600 Polizeibeamte sind wie jedes Jahr im Einsatz, unterstützt von der Bereitschaftspolizei und Kräften aus acht Ländern. Neben KI-gestützten Kameras gibt es 56 polizeiliche Videokameras auf dem Gelände, rund um das Areal drei Sperrringe, Betonkübel auf gesperrten Zufahrten und versenkbare Poller. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es nicht, unterstrich Huber; die Polizei werde aber alles daran setzen, so nah wie möglich an die 100 Prozent zu kommen.

Warum das Thema in München überhaupt so präsent ist

Anlass sind die Vorfälle des Sommers: Seit am Flughafen Leipzig/Halle Sprengstoffdrohnen aufgetaucht sind, stellt sich auch in München die Frage, wie gut das größte Volksfest der Welt gegen Angriffe aus der Luft geschützt ist. Eine konkrete Bedrohung für die Wiesn ist nach Behördenangaben nicht bekannt: Man gehe wegen der internationalen Bekanntheit des Festes von einer „erhöhten abstrakten Gefährdungslage" aus, es lägen aber „derzeit keine konkreten Erkenntnisse über Gefährdungen oder Störungen" vor.

Relevanter für die Praxis sind die Alltagsfälle: Trotz Flugverbotszone erwischt die Polizei jedes Jahr Drohnenpiloten, 2025 waren es rund 20. Das dürften überwiegend Hobbyflüge über dem Festgelände sein, keine Sabotageversuche. Für die Einsatzkräfte ist das dennoch Arbeit, weil jede Sichtung zunächst unklar ist.

Der institutionelle Hintergrund: DKAZ Erding

Im Frühjahr wurde in Erding das Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ) eröffnet, das Bedrohungen aus der Luft schneller und wirksamer begegnen soll. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums nahm das DKAZ zum 1. April 2026 mit mehr als 40 Einsatzkräften den Betrieb auf und ist eng mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) des Bundes in Berlin vernetzt. Geplant sind rund 100 Mitarbeitende; eine eigene Drohnenabwehreinheit hatte bislang nur die Bundespolizei. Für die Wiesn verweist die Polizei ausdrücklich auf diese Unterstützung: „Nach einer Einschätzung sind wir gut aufgestellt."

Nach Berichten über die Pressekonferenz soll zudem das Polizeipräsidium München eine eigene Spezialeinheit zur Drohnenabwehr mit Störsendern aufgestellt haben, die mit Erding zusammenarbeitet; genannt wird außerdem eine Flugverbotszone mit einem Radius von rund 5,5 Kilometern und einer Höhe von 10 Kilometern, überwacht von einer Hubschrauberstaffel. Diese Detailangaben stammen aus einem Nachrichtenaggregator und sind behördlich nicht in gleicher Form bestätigt, wir kennzeichnen sie ausdrücklich als unbestätigt.

Was das für Pilot:innen und Zeug:innen heißt

Die Rechtslage bleibt eindeutig: Über und um das Festgelände gilt ein absolutes Flugverbot, und Abwehrmaßnahmen sind Behördensache. Für Privatpersonen sind Abschuss, Störung und Signalblockade grundsätzlich verboten; erlaubt sind Beobachtung, Dokumentation und Meldung. Wer also selbst mit einem Jammer oder Wurfgeschoss „helfen" will, macht sich strafbar, und gefährdet Dritte.

  • Standort, Uhrzeit und Flugrichtung notieren
  • Möglichst eine Beschreibung des Geräts festhalten
  • Auffällige Personen mit Controller nach Möglichkeit nicht ansprechen

Bei akuter Gefahr, etwa einer Drohne, die tief über Menschenmengen, Fahrgeschäften oder Zelten fliegt, gilt: 110. Rückschlüsse auf Motive oder Täterschaft lassen sich aus einer Sichtung allein nicht ziehen; für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung

Der Nachrichtenkern ist nicht die Ankündigung von Technik, sondern die Kombination: Erstmals steht auf der Wiesn eine dauerhaft bereitstehende polizeiliche Abwehrkomponente mit Anbindung an ein Landeszentrum, bei gleichzeitig bewusst intransparenter Einsatztaktik. Das ist sicherheitsfachlich nachvollziehbar, macht eine unabhängige Bewertung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit aber unmöglich. Ob Detektion und Abwehr im dichten Funkumfeld eines Volksfests mit Millionen Mobilgeräten zuverlässig funktionieren, wird sich, wenn überhaupt, erst im Ernstfall zeigen.

Quellen

  • Abendzeitung München, 16.09.2026: „So schützt die Polizei das Oktoberfest vor Drohnen", abendzeitung-muenchen.de
  • Tagesspiegel/dpa, 16.09.2026: „Oktoberfest 2026: KI-Kameras und neue Konzepte: Wiesn-Sicherheit verstärkt", tagesspiegel.de
  • t-online München, 16.09.2026: „Oktoberfest 2026: Polizei verschärft Sicherheitskonzept der Wiesn", muenchen.t-online.de
  • Bayerisches Staatsministerium des Innern, 04.05.2026: Eröffnung DKAZ Erding, stmi.bayern.de
  • Euronews/AP, 05.05.2026: „Bayerns Polizei beginnt mit Drohnenjagd", de.euronews.com
  • ad-hoc-news, 17.09.2026 (Aggregator, Angaben unbestätigt): „Oktoberfest 2026: 26 KI-Kameras und 600 Polizisten", ad-hoc-news.de

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

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