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Bundeswehr testet Kamikazedrohnen bei Übung in Litauen

Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt ab 17. November bei der Großübung „Freedom Shield“ erstmals Loitering Munition. Rund 3.800 Soldaten aus acht NATO-Staaten sind beteiligt.

Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ bereitet ihre bislang größte Gefechtsübung vor. Rund 3.800 Soldatinnen und Soldaten aus acht NATO-Staaten üben dabei ab dem 17. November zehn Tage lang, erstmals auch mit sogenannter Loitering Munition, also Drohnen, die über einem Gebiet kreisen und dann ein Ziel angreifen. Der Vorgang ist militärisch, berührt aber eine Frage, die in Deutschland derzeit viele beschäftigt: wie Drohnen künftig eingesetzt und abgewehrt werden.

Was geplant ist

Nach Angaben der Bundeswehr, die unter anderem die Deutsche Presse-Agentur und mehrere Fachmedien berichten, beginnt am 17. November 2026 die zweite Gefechtsübung der Reihe „Freedom Shield“ in diesem Jahr. Beteiligt sind rund 3.800 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Tschechien, Kroatien, Belgien, Luxemburg und Litauen. Es ist den Angaben zufolge die bislang größte Gefechtsübung der Bundeswehr in Litauen.

Zentrale Elemente sind laut Bundeswehr der Übergang über den Fluss Nemunas südlich von Kaunas und anschließend eine mehrtägige Gefechtsübung auf dem Truppenübungsplatz Rudninkai. Geübt wird das Gefecht der verbundenen Waffen unter Einbeziehung von Drohnen und elektronischer Kampfführung. Verlegt werden unter anderem das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach, verstärkt durch Kräfte des Panzerbataillons 203 aus Augustdorf. Beide Verbände sollen ab 2027 dauerhaft in Rudninkai stationiert sein.

Der neue Punkt: Loitering Munition

Neu ist, dass die Brigade erstmals Systeme der Kategorie Loitering Munition erprobt. Diese Drohnen können längere Zeit über einem Gebiet verweilen, englisch „to loiter“, und dann ein Ziel angreifen, wobei sie in der Regel selbst zerstört werden. Daher die umgangssprachliche Bezeichnung Kamikazedrohne.

Die Bundeswehr hat bei der Beschaffung auf mehrere Anbieter gesetzt: Berichten zufolge wurden Helsing, Stark und Rheinmetall beauftragt, mit den Systemen HX-2, Virtus und FV-014 Raider. Die Brigade soll ab dem kommenden Jahr mit solchen Systemen ausgestattet werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte zudem die Aufstellung eines Drohnenregiments angekündigt, das der Panzerbrigade 45 zugeordnet werden soll. Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur der Brigade, bezeichnete die Übung als „weiterer Meilenstein“ auf dem Weg zu einer voll ausgestatteten Brigade.

Einzelne Fachberichte nennen darüber hinaus Zahlen, etwa den Einsatz von rund 700 Drohnen während der Übung. Diese Angabe stammt aus Fachmedienberichterstattung und ist nicht in allen Quellen bestätigt, wir kennzeichnen sie deshalb als unbestätigt.

Einordnung: militärischer Einsatz ist nicht gleich zivile Sichtung

Für Leserinnen und Leser in Deutschland ist die Unterscheidung wichtig. Bei „Freedom Shield“ geht es um militärisches Gerät auf einem Truppenübungsplatz im Ausland, nicht um die unbemannten Fluggeräte, die hierzulande über Wohngebieten, Flughäfen oder Industrieanlagen auftauchen. Die Debatte hängt dennoch zusammen: Dieselbe Technik, die militärisch beschafft wird, ist in abgewandelter, ziviler Form billig verfügbar. Das ist einer der Gründe, warum Detektion und Abwehr in Deutschland seit Monaten politisch und technisch ausgebaut werden.

Für die Lage in Deutschland gilt weiterhin: Private dürfen Drohnen nicht abschießen, stören oder mit Signaltechnik beeinflussen. Beobachten, dokumentieren und melden ist der richtige Weg.

Was Sie bei einer Drohnensichtung tun können

  • Bei akuter Gefahr, etwa wenn eine Drohne Menschen gefährdet, nahe an einem Flughafen oder Einsatzort auftaucht oder verdächtige Lasten mitführt: sofort die 110 wählen.
  • Ohne akute Gefahr: Notieren Sie Zeit, Ort, Flugrichtung, ungefähre Höhe, Größe, Geräusch und Beleuchtung, und bei Luftwacht melden. Die Meldung erscheint auf der Lagekarte und kann auf Wunsch als Hinweis an die zuständige Stelle gehen.
  • Vorsorglich: Die kostenlose Warnzone der Luftwacht-App meldet per Push, wenn in Ihrer Nähe eine Drohne gemeldet wird. Das ist vor allem dann nützlich, wenn Sie in der Nähe von Flughäfen, Industrieanlagen oder militärischen Liegenschaften wohnen.

Jede sachliche Meldung hilft, Muster sichtbar zu machen: Wo häufen sich Sichtungen, zu welchen Tageszeiten, in welchem Umfeld. Spekulationen über Urheber helfen dagegen nicht. Solange Ermittlungen laufen, gilt die Unschuldsvermutung.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

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