Luftwacht

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Befristete Flugverbotszonen jetzt live auf der Karte: Oktoberfest, Polizeieinsätze, NOTAM

Die Luftwacht-Karte zeigt seit dieser Woche alle befristeten Flugbeschränkungen aus den amtlichen Daten der Flugsicherung, mit echtem Umriss, Zeitraum und Höhe. Was das für Melder, Drohnenpiloten und Planespotter bedeutet.

Auf der Luftwacht-Karte sind ab sofort die befristeten Flugbeschränkungsgebiete zu sehen, die sonst nur in Fachportalen stehen: die Sperrzone über dem Oktoberfest, Polizeieinsätze, NOTAM-Zonen. Die Daten kommen automatisch aus dem amtlichen Geodienst der Deutschen Flugsicherung und werden alle sechs Stunden abgeglichen. Gemeldete Drohnen innerhalb einer Zone werden auf der Karte und in der App entsprechend markiert.

Was gerade gesperrt ist

Zum Stand dieses Artikels zeigt die Karte neun Zonen, fünf davon aktiv. Die größte ist die ED-R München zum Oktoberfest: ein Kreis mit drei Seemeilen Radius, das sind rund 5,5 Kilometer, um einen Mittelpunkt südöstlich der Theresienwiese, gültig vom 19. September bis in die Nacht zum 5. Oktober, vom Boden bis 10.000 Fuß über Grund. Dazu kommt eine polizeiliche Zone mit sechs Kilometern Radius um den Flughafen München bis 305 Meter Höhe, eine Zone bei Roth in Mittelfranken, die ED-R Grafenau im Bayerischen Wald und eine NOTAM-Zone bei Neustadt am Rübenberge. Angekündigt sind unter anderem Zonen in Hamburg, Straubing, Karlsruhe (Flughafen und Innenstadt am 28. September) und ab dem 2. Oktober die ED-R Bremen rund um den Tag der Deutschen Einheit.

Jede Zone auf der Karte lässt sich antippen. Dann erscheinen Anlass, Rechtsgrundlage, Zeitraum, Höhe und die Quelle. Rot gestrichelt heißt: befristet, mit Zeitraum in der Beschriftung.

Woher die Zonen kommen

Die Deutsche Flugsicherung veröffentlicht über die Plattform dipul einen offenen Geodienst mit allen Gebieten, die für Drohnen und Luftfahrt gesperrt oder eingeschränkt sind. Darin stehen auch die befristeten Betriebseinschränkungen: Flugbeschränkungsgebiete nach Paragraf 17 der Luftverkehrs-Ordnung, die für alle Luftfahrzeuge gelten, Zonen nach Paragraf 21h Absatz 3 Nummer 11 für Polizei- und Rettungseinsätze, die sich an Drohnen richten, sowie per NOTAM bekanntgemachte Beschränkungen.

Luftwacht übernimmt diese Gebiete mit ihrem amtlichen Umriss als Polygon, nicht als geschätzten Kreis. Das ist wichtiger, als es klingt: Die Oktoberfest-Zone hatten wir zunächst von Hand nach einer Polizeimeldung eingetragen, mit der Theresienwiese als Mittelpunkt. Die amtliche Zone liegt 1,2 Kilometer weiter östlich. Seit dem Umstieg auf die Flugsicherungsdaten stimmt die Lage auf den Meter, und der Fehler kann sich nicht wiederholen.

Übernommen werden Zonen mit einer Dauer bis 90 Tage. Faktisch dauerhafte Gebiete wie die Beschränkungen über Kernkraftwerken, Industrieanlagen oder Militärgelände zeigt die Karte weiter über den zuschaltbaren Layer "Drohnen-Zonen", ebenfalls aus den DFS-Daten.

Warum das an anderer Stelle fehlt

Wer Flugbewegungen beobachtet, nutzt meist Flugverfolgungs-Apps. Die zeigen Flugzeuge und Hubschrauber, aber keine Sperrgebiete. Wer nachschauen will, ob gerade eine Zone gilt, muss in die Kartentools der Flugsicherung oder in die NOTAM-Listen. Luftwacht legt beides übereinander: die Zone und die Drohnen, die Bürgerinnen und Bürger darin gemeldet haben. Für Planespotter und Drohnenbeobachter wird damit sichtbar, warum an einem Tag plötzlich Polizeihubschrauber kreisen oder ein Bereich für Drohnen tabu ist.

Was das für Melder bedeutet

Liegt eine gemeldete Sichtung zeitlich und räumlich in einer Zone, steht das direkt in der Meldung: auf der Karte, in der Liste und auf der Bestätigungsseite nach dem Absenden. Eine Drohne in einer laufenden Sperrzone ist für die Polizei relevanter als eine über dem freien Feld, und die Zuordnung "wen anrufen" berücksichtigt das: Bei einer Sichtung, die gerade läuft, steht der Notruf 110 oben, bei einer Nachmeldung die Online-Wache des Landes.

Neu seit dieser Woche: Nach dem Absenden zeigt Luftwacht auf Wunsch die zuständige Polizeidienststelle mit Telefonnummer, und wer möchte, leitet die Sichtung mit einem Klick dorthin weiter. Das ist freiwillig und passiert nur auf ausdrückliche Entscheidung der meldenden Person. Auf der Karte bleibt jede Meldung wie bisher mit gerundeter Position und ohne Kontaktdaten.

Was das für Drohnenpiloten bedeutet

Eine Zone auf der Luftwacht-Karte ersetzt keine Flugvorbereitung. Verbindlich sind die Veröffentlichungen der Flugsicherung und die NOTAM. Die Karte hilft aber, den Überblick zu behalten: Wer am Wochenende in München, Karlsruhe oder Bremen fliegen will, sieht auf einen Blick, ob gerade eine befristete Sperre gilt und bis wann. Verstöße in einer ED-R sind keine Bagatelle, die Polizei ahndet sie, wie der Fall über der Wiesn in dieser Woche gezeigt hat.

Fehler gefunden?

Die Übernahme ist automatisch, die Anzeige kann trotzdem hinken, etwa wenn eine Zone kurzfristig geändert wird. Wer eine Abweichung bemerkt, schreibt an info@luftwacht.de. Die Zonen stehen auch in der Luftwacht-App, und wer in seiner Warnzone eine Sichtung nicht verpassen will, bekommt sie dort als Nachricht aufs Handy.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

Akute Gefahr? Polizei-Notruf: 110 (DE) · 133 (AT) · 117 (CH). Sichtung melden →