Luftwacht

Aktuelles · Vorfall

Große Flügeldrohne über Gelsenkirchen, Herne, Bergkamen, Hamm und Mastholte gemeldet

Am Mittag des 3. Oktober haben sechs Menschen unabhängig voneinander eine große Drohne in Nurflügelform gemeldet. Ihre Orte liegen auf einer Linie nach Osten, die Zeiten passen dazu. Was bekannt ist und wo weitere Hinweise helfen.

Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, haben sechs Menschen bei Luftwacht eine große Flügeldrohne gemeldet, gesehen zwischen 12:12 und 12:38 Uhr. Die Beobachter waren in Gelsenkirchen, Herne, Bergkamen-Oberaden, Hamm und Mastholte. Ihre Beschreibungen ähneln sich stark: ein Nurflügler mit 1,5 bis 3 Metern Spannweite, laut wie ein Moped oder ein Zweitaktmotor, unterwegs nach Osten.

Karte mit sechs Meldungen zwischen Gelsenkirchen und Mastholte, verbunden durch eine Linie nach Osten
Die sechs Meldungen vom 3. Oktober 2026 mit Uhrzeit. Die Punkte zeigen die Orte der Beobachter, nicht die genaue Position des Flugobjekts. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Die Meldungen im Wortlaut

So haben die Melder das Flugobjekt beschrieben, sprachlich leicht geglättet:

„Eine laute, große Drohne, ca. 1,5 bis 2 m Länge, ist über die Stadt Gelsenkirchen geflogen.“

12:12 Uhr, Gelsenkirchen · geschätzte Höhe 150 m · mit Foto · Meldung LW-2026-96EFDA

„Drohne, Spannweite circa 1,50 m, Klang wie ein Moped, sah aus wie ein Rochen.“

12:15 Uhr, Gelsenkirchen · geschätzte Höhe 150 m · Meldung LW-2026-F8E709

„Schwarze Drohne wie die Shahed, mit Propeller, Richtung 85 Grad Ost geflogen.“

12:16 Uhr, Herne-Börnig · geschätzte Höhe 100 m · Meldung LW-2026-B241F9

„Nurflügler mit Propellergeräusch aus Westen.“

12:22 Uhr, Bergkamen-Oberaden · geschätzte Höhe 150 m · Meldung LW-2026-819EB5

„Sieht aus wie eine Muschel, sehr groß. Militärische Art?“

12:27 Uhr, Hamm · geschätzte Höhe 300 m · Meldung LW-2026-E094E8

„Dreieckiges Flugobjekt (Größe ist schwer zu schätzen, ca. 2 bis 3 Meter Spannweite. Sah aus, wie man es in den Nachrichten vom Ukraine-Krieg sieht) mit dem Klang eines Zweitaktmotors. Geschätzte Fluglinie zwischen Benteler und Schöning. Auf Flightradar24 war es nicht zu sehen.“

12:38 Uhr, Mastholte (Rietberg) · geschätzte Höhe 300 bis 400 m · Meldung LW-2026-222266

Um 14:43 Uhr kam eine weitere Meldung aus Herne dazu: „Delta-Modell“, groß, zielgerichtet, geschätzte Höhe 300 m (Meldung LW-2026-616514). Als Uhrzeit nennt sie 14:10 Uhr. Ob es ein zweiter Überflug war oder dieselbe Beobachtung mit später eingetragener Uhrzeit, ist offen.

Dunkle Silhouette eines Flugobjekts in Nurflügelform am Himmel
Foto eines Melders um 12:12 Uhr in Gelsenkirchen, vergrößerter Ausschnitt.

Was die Meldungen zusammen zeigen

Die Orte stammen aus den Meldungen selbst: eine Adresse, ein Stadtteil, eine Postleitzahl, ein Ortsname. Es sind die Standorte der Beobachter, keine GPS-Punkte des Flugobjekts, jede Angabe kann um einige Kilometer abweichen. Trotzdem liegen alle sechs fast genau auf einer Geraden, die von Gelsenkirchen nach Ostnordosten führt, und die Uhrzeiten steigen entlang dieser Linie an. Drei Melder nennen die Richtung selbst: In Herne flog die Drohne Richtung Osten, in Bergkamen kam sie aus Westen, und in Mastholte schätzte der Melder die Fluglinie zwischen Benteler und Schöning, also ebenfalls von West nach Ostnordost.

Von Gelsenkirchen bis Mastholte sind es rund 95 Kilometer Luftlinie. Nach den Zeitangaben brauchte das Flugobjekt dafür etwa 23 bis 26 Minuten. Das ergibt im Schnitt grob 220 bis 240 km/h, die einzelnen Abschnitte liegen zwischen etwa 200 und 290 km/h. Weil Zeiten und Orte geschätzt sind, ist das nur eine Größenordnung. Sie passt zu einem schnellen Starrflügler, nicht zu einer üblichen Kameradrohne mit Rotoren.

Die geschätzten Flughöhen liegen zwischen 100 und 400 Metern. Zum Vergleich: Zivile Drohnen dürfen in der offenen Kategorie höchstens 120 Meter hoch fliegen, und wer steuert, muss das Gerät mit eigenen Augen sehen. Ein Flug über rund 95 Kilometer braucht deshalb eine Betriebsgenehmigung, für militärische und behördliche Flüge gelten eigene Regeln.

Dass das Objekt auf Flightradar24 nicht zu sehen war, sagt wenig: Der Dienst zeigt vor allem Flugzeuge, die ein Transpondersignal senden. Drohnen erscheinen dort in der Regel nicht.

Was bisher offen ist

Wer das Fluggerät gesteuert hat, um welchen Typ es sich handelte und ob der Flug genehmigt war, ist bisher nicht bekannt. Zwei Melder verglichen das Flugobjekt mit Drohnen aus dem Ukraine-Krieg, einer nannte ausdrücklich den Typ Shahed, ein anderer fragte nach einer militärischen Herkunft. Aus den Meldungen allein lässt sich das nicht klären: Nurflügler ähnlicher Größe gibt es auch als Test-, Übungs- und Modellflugzeuge. Sobald es eine Erklärung gibt, ergänzen wir diesen Beitrag.

Gesehen oder gehört?

Zwischen den Meldeorten verläuft die Linie nahe Castrop-Rauxel, dem Dortmunder Norden, Lünen, Lippetal, Wadersloh und Langenberg. Verlängert man sie, zeigt sie nach Westen Richtung Bottrop und Oberhausen und nach Osten Richtung Delbrück und Hövelhof.

Wenn Sie das Flugobjekt am 3. Oktober gegen Mittag gesehen oder gehört haben, melden Sie es bitte bei Luftwacht, am besten mit Uhrzeit, Ort, Flugrichtung und, wenn vorhanden, Foto oder Video. Besonders wertvoll sind Beobachtungen vor 12:12 Uhr westlich von Gelsenkirchen und nach 12:38 Uhr östlich von Mastholte: Dort ist offen, woher das Flugobjekt kam und wohin es flog.

Sichtung melden

Stand: 3. Oktober 2026, 14:45 Uhr. Ergänzt um die Meldungen aus Herne.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt recherchiert und redaktionell geprüft.

Luftwacht-Updates

Das Drohnen-Lagebild per E-Mail

Neue Sperrzonen, auffällige Sichtungen und Hintergründe. Etwa zweimal im Monat, kostenlos, abbestellen mit einem Klick.

Akute Gefahr? Polizei-Notruf: 110 (DE) · 133 (AT) · 117 (CH). Sichtung melden →